Seit 2003 hat die Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss
(ASS) die Südwestbastion der Saarbrücker Burg mit ihren
Kasematten und das sich an die Bastion anschließende Wehrsystem
freigelegt und erschlossen. Beauftragt wurde sie vom Stadtverband
Saarbrücken. Finanziell Unterstützt wird sie von der Europäischen
Union.
Zwischen 1563 und 1569 lies Graf Johann IV von Naussau-Saarbrücken
die gewaltige Südwestbastion anlegen. Die Burgmauer erhebt
sich auf eine Höhe von 14 Metern. Der aus dem Felsen ragende
Wehrgraben erreicht stellenweise eine Breite von 18 Metern.
Über diesen Graben erreicht man die zweigeschossigen Kasematten.
Hörspielszenen informieren an verschiedenen Orten im Burggraben
und in den Kasematten über die Steinbearbeitung an der
Bastion und den Alltag der Burgbesatzung. Verschiedene
Infomodule wie ein Rad der Zeit und ein Buch der Geschichte
laden die Besucher zum aktiven Entdecken ein und erklären
die historischen Zusammenhänge.
Zahlreiche unterirdische Zeugnisse zeigen die spätere
Umnutzung der ursprünglichen Bauten. So wurden im Burggraben
Reste eines "gedeckten Ballhauses" aus dem 17. Jahrhundert
freigelegt, in dem Phillipp und Johann, die Söhne des
Grafen Ludwig, sich im "Paille Maille" übten. Dieses besonders
populäre Ballspiel war ein Vorläufer des heutigen Krocket
und galt als "königliche" Freizeitbeschäftigung, weil
es am französischen Hof mit großer Leidenschaft praktiziert
wurde.
Neben dem "Spielfeld" erhebt sich von der Sohle des Grabens
ein zweigeschossiges "Verlies", das zu einem der beiden
Wachhäuschen gehörte. Bei der finalen Platzgestaltung
Anfang der 1750er Jahre wurde der Graben verfüllt und
die Verliese verschwanden unter der Erde.
Der Bereich rund um den roten Turm, die Ausstellungsebene
und vor allem der gesamte freigelegte Bereich mit den
Kasematten ermöglicht den Besuchern eine spannende, unvergessliche
Zeitreise in die Geschichte Saarbrückens und der Saarregion.